Parasiten auch auf meinem Tier?

Damit Ihre Haustiere auch Ihre einzigen Mitbewohner bleiben, sollten Sie Bello und Co. ganzjährig gegen Parasiten schützen. Welche dabei besonders zu berücksichtigen sind, erfahren Sie im folgenden Text.

Flöhe

Die millimetergroßen Tierchen sind wahre Vermehrungskünstler. Innerhalb weniger Wochen werden aus einem einzigen Floh über 100.000. Flöhe legen in der Umgebung Eier ab, die nach Wochen verschiedener Entwicklungsstadien zum adulten Floh heranwachsen. Die Eiablage kann dabei schon 24 Stunden nach Befall erfolgen.

Die Eier, Larven und Puppen leben somit nicht auf dem Tier, sondern in naher Umgebung z.B. im Körbchen, Teppich und Decken. Nur 5% der Population befindet sich nachher auf Hund oder Katze.
Die adulten Flöhe springen dann zur Blutmahlzeit auf das Tier und können dabei sogar Krankheiten übertragen: Flohspeichelallergie, Bandwürmer oder Bakterien (Rikettsien).
Bei sensiblen Tieren reicht oft ein einziger Stich, um starke Hautreizungen auszulösen.

Und nicht nur das: Flöhe halten sich hartnäckig, wenn die Vermehrung bereits fortgeschritten ist. Deswegen sollten Haustiere bei einem Befall über 3 Monate mit einem Flohschutzmittel versorgt werden, oder besser: ganzjährig.


Zecken

Zecken sind blutsaugende Parasiten, die fast überall auf der Welt zu finden sind und jahrelang überleben. In Deutschland sind vor allem der Holzbock, die Auwaldzecke und die braune Hundezecke von Bedeutung.
Diese achtbeinigen Spinnentiere sind nicht nur ekelig, sondern übertragen Krankheiten, die die Gesundheit von Mensch und Tier gefährden.
Entgegen der weitläufigen Meinung, Zecken gäbe es nur im Frühjahr und Herbst, sind einige Arten sogar ziemlich kälteunempfindlich.
Sobald die Temperatur über 6° Celsius steigt, werden die Zecken aktiv.
Zu häufigsten zu finden sind sie allerdings von März bis Juni und von September bis November.
Verwenden Sie zuverlässige Antizeckenpräparate und suchen Sie Ihr Haustier am besten zusätzlich täglich nach dem Freilauf oder Spaziergang auf Zecken ab, um die Übertragung von Krankheiten wie Babesiose, Erlichiose, Borreliose und Anaplasmose rechtzeitig zu verhindern.

Würmer

Die mikroskopisch kleinen Eier werden mit dem Kot infizierter Tiere in die Umwelt ausgeschieden, wo sie mehrere Jahre lang überleben können, d. h. noch lange nachdem der Kot sich zersetzt hat. Ihr Hund oder Ihre Katze kann die Eier unbeabsichtigt aufnehmen durch zb. Schnüffeln im Gras, engen Kontakt zu Artgenossen oder das Fressen von Nagtieren. Bis adulte Würmer oder Wumglieder ausgeschieden werden, vergehen mehere Wochen, in denen die Infektion oft unentdeckt bleibt.
Einige Würmer, z.B. Spul- und Bandwurmarten sind sogar Zoonosen, das heißt, dass sie auch Menschen infizieren und so der Gesundheit schaden können.
Die ESCCAP ( European Scientific Counsel Companion Animal Parasites) empfiehlt mindestens 4 Entwurmungen pro Jahr, bei hohem Risiko (z.B. bei jagdlich geführten Hunden, Haushalte mit Kleinkindern) monatlich. Möchten Sie auf die Medikamentengabe verzichten, lassen Sie Sammelkotproben untersuchen. Die Aussagekraft ist leider nicht zu 100% zu gewährleisten, kann aber oft einen Hinweis auf einen Parasitenbefall geben.


Parasitenschutz auch im Urlaub:

Sollten Sie mit Ihrem Tier verreisen denken Sie daran, dass Parsaiten das auch können.
Mücken, die bislang in Südeuropa und rund um´s Mittelmeer zu finden sind, übertragen ernstzunehmende Krankheiten, gegen die unbedingt vorgebeugt werden sollte.
Sand-, und Stechmücken sind typische Überträger von Leishmaniose und Dirofilariose (Herzwürmer), Krankheiten, die unbehandelt prinzipiell tödlich sind.
Damit in der Reiseapotheke nichts fehlt, lassen Sie sich vor einer gemeinsamen Urlaubsreise mit Ihrem Tier in unserer Praxis beraten.


 

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